Politik entscheidet sich in der Demokratie nicht nur dort, wo es das meiste Geld gibt, sondern aufgrund von Mehrheiten auch auf der unteren Ebene, also da, wo es ums Wohlbefinden der Bewohner geht. Um das direkte Erleben vom Zuhause, vom Kiez, von der Stadt, der Gemeinde, dem Land.
Zu Wohlbefinden von Menschen kommt es nicht durch Gerede von „Autoritäten“, von Führungskräften sondern durch das tägliche Erleben der Bewohner in ihrem räumlichen und sozialen Umfeld. So hat es z.B. gar keinen Zweck, wenn Medien Wissenschaftler verkünden lassen, dass es schlecht für den Bürger Bewohner und fürs Ganze ist, wenn Grün vernichtet wird, weil sich dadurch die Stadt aufheizt, wenn die Bewohner wahrnehmen, dass sich Politiker der regierenden Parteien nicht an die Appelle zur Mäßigung von Rodung in Städten in Deutschland halten sondern fröhlich weiter Bäume fällen und Grünflächen versiegeln als ob sie der Klimawandel nichts angeht – weil Gewerbesteuereinnahmen bei wegbrechendem Handel in Berlin anders nicht zu generieren sind als durchs Bauen für Wohlhabende (und vielleicht noch durch die Arbeit von Frisören und Nagelstudios).
Und hier in den KuDamm-Seitenstraß
en trifft es seit ca 25 Jahren hart. Vor allem die Älteren. Nicht nur wird unsere Wohlfühlzone zunehmend entgrünt und betoniert. In unsere bis dato parkähnlich miteinander verbundenen Hinterhöfe vom Karree wurden in den letzten 10 Jahren 4 Hochhäuser gebaut.
Hinten raus nach halb rechts sah es vor 7 Jahren noch so aus:


2022 dann so:

Das war Mord. Denn:

2025 dann so:

Und nebenan, Dahlmannstr. 11, durften wir lange wegen langjähriger Freundschaft mit den Nachbarn und der Großzügigkeit des damaligen Eigentümers den neben uns gelegenen Hinterhof mitbenutzen. Da haben wir wirklich Glück gehabt:
Und hier mal ein paar schöne Bilder von früher, die uns dabei helfen, das Wetter heute zu ertragen:

oben: Sheela nebenan, ca 1996


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Das war schön, aber es ist vorbei.
Jetzt, im Juni 2026, sieht es dort so aus: das ist unsere neue Aussicht:



Der Neubau, der nun den schönen Nachbargarten ziert, schützt uns jetzt vor Sonneneinstrahlung und steht – wie es ein Nachbar nannte – nahe genug, damit die Bewohner von ihrem Balkon in unseren Garten spucken können. Es ist bekanntermaßen auch so, dass sich Menschen um so unwohler fühlen je mehr Verständigungsunfähige und -unwillige auf immer engerem Raum zusammen hocken müssen.
Die meisten werden trotzdem nicht AfD wählen. Aber wir werden auch keine Partei wählen, die sich einen feuchten Kehricht darum kümmert wie es dem (interkulturellen) Bürger Bewohner in seinem Zuhause und in seinem sozialen Umfeld geht. Also wie er sich fühlt, wenn er (digital) abgehängt, eingemauert und eingesperrt wird. Es nützt auch nichts, dass solche Erkenntnisse täglich immer wieder und immer häufiger in den Medien verkündet werden, wenn den Regierenden Erkenntnisse egal sind.
Das Wort „Eingesperrtsein“ (oben) bezieht sich hier auch darauf, dass mir aufgefallen ist, dass ältere Bewohner nicht nur bei Hitze nicht raus können / sollen sondern sie können es auch mit zunehmendem Alter wegen Blasenschwäche nicht. Denn es gibt in Berlin kaum für jedermann erreichbare öffentliche Klos, das Land hat wohl KEIN GELD für kostenlose oder mit Münzen bezahlbare öffentliche Toiletten. Und den Regierenden ist es offenbar egal, wenn Alte nicht raus können ohne zu riskieren, dass sie unterwegs in die Hose machen. Die Beweggründe für Wahlentscheidungen können so banal sein. Beim Befinden geht es nicht immer nur um die großen „Baustellen“.
WIR wählen Parteien, die sich um unsere Lebensqualität kümmern, also ungelogen sichtbar Grün erhalten, ÖTV verbessern und öffentliche Klos aufstellen anstatt – entgegen allen Wünschen von Bewohnern und Ratschlägen von Wissenschaftlern – Lebensqualität zu zerstören. Uns ist klar, dass uns das Geld regiert, und dass das Geld eben leider wenig einfühlsam oder auch doof ist. Egal ob es fehlt oder gerade nicht. Daran können wir nichts ändern. Wir können aber wählen. Und jeder, der noch kann, kann sich betätigen. Wir werden also jemanden wählen, der sich ernsthaft um kleinere, hautnahe „Baustellen“ kümmert. Nachdem mich alle größeren Parteien enttäuscht haben und fortlaufend enttäuschen, bleibt wohl nur die Tierschutzpartei; aber jetzt betätige ich mich erst mal zugunsten den Piraten-Partei, egal wie wenig mir diese Name gefällt, u. a. weil ich es vernünftig finde, dass sie inhaftierte Obdachlose aus dem Gefängnis rauskaufen, die wegen wiederholtem Schwarzfahren inhaftiert wurden, was das Land Berlin ca 250 € pro Person pro Tag kostet. Merkwürdig, dass das Land dafür Geld hat. Geld und der Umgang damit ist oft nicht leicht zu verstehen.
So viel erst mal zum Thema „Kommunalpolitik in meinem unmittelbaren Umfeld – was ich bemerke“.
Vorerst bleiben wir erst mal drinnen und denken weiter nach, wir entspannen uns und warten auf Eingebungen:

