Februar 2017 – Tipps zur Katzenfütterung / Diabetes bei Katzen

Hier ein Link zu einem guten Aufsatz über das Füttern von Katzen, mit dem man fütterungsbedingte Erkrankungen weitgehend vermeiden kann; bitte kopieren und in die Adresszeile eingeben. Man sollte wenigstens alles, was in diesem Aufsatz steht wissen und bei der Fütterung im Auge behalten:

http://www.katzen-fieber.de/kurzinfos-ernaehrung.php

Jetzt schreiben Norma und ich die Spendenquittungen für 2016, die vor dem 10. 2. 17 bei den Spendern angekommen sein sollen. Wenn das nicht der Fall ist, fehlt uns die Anschrift vom Spender.

Ich hätte auch ohne Büroarbeit  genug zu tun. Und zwar mit Tieren:

Zu Besuch bei uns ist Gastkater Mirko, ca 9 Jahre alt, Diabetiker.

Diabetiker bekommen 2 x täglich im Abstand von möglichst genau 12 Stunden morgens und abends eine Insulinspritze. Den auf die Insulinspritze  folgenden Zeitraum nenne ich „Zyklus“. Ein Zyklus hat 12 Stunden, der Tag hat 2 Zyklen, einen tagsüber (bei uns von 8 – 20 h) und einen nachts (von 20 – 8 h). Gespritzt wird bei Caninsulin morgens und abends dieselbe Menge Insulin, Mirko bekommt 2 x täglich 3 Einheiten.

Als wir Mirko übernommen haben, bekam er morgens 5 und abends 3 Einheiten Insulin bei Fütterung mit Trockenfutter Kattovit Diabetic. Auf Betreiben unseres Diabetes-Facharztes wurde er von TF auf Feuchtfutter umgestellt. Und zwar auf ein für Diabetiker gutes, geeignetes Feuchtfutter, das wenig oder gar keine Kohlehydrate und gar keinen Zucker enthält: Das ist die Marke „Topic“ von Aldi, und zwar nicht die 100-g-Schalen sondern die 400-g-Dosen, die früher unter dem Namen „Lux“ verkauft wurden.  Die seit kurzem bestehende Namensgleichheit von den 100-g-Schalen und den 400-g-Dosen beim Aldi-Katzenfutter ist etwas störend. Von diesen 400-g-Dosen Topic (Ex-Lux) frißt unser Kater Mirko nur die hellgelben, die „Geflügel“ und die orangefarbenen, in denen angeblich Truthahn & Kaninchen ist.  Den Inhalt der blauen, roten, grünen Dosen rührt er nicht an, auch nicht wenn er so sehr Hunger hat, dass er mich haut damit ich ihm was auf den Teller tue.

Ein insulinpflichtiger Diabetiker-Kater darf gar nicht ohne Nahrung bleiben.  Mirko bekommt nun also „Topic gelb“ abwechselnd mit „Topic-Orange“.

Der Kater  frisst davon ungefähr 300 g am Tag – und zwar jeweils 100 g vor der Insulinspritze und noch mal je 50 g etwa 3 Stunden später (also vor dem „Nadir“, das ist der Zeitpunkt der maximalen Insulinausschüttung und dem niedrigsten Blutzuckerstand. Der Kater muss dann so viel Nahrung im Bauch haben, dass er nicht in die Unterzuckerung gerät, also nicht unter 70 mg /dl Blutzucker.).

Nach dem Nadir  nehmen wir ihm das Futter weg. Denn das Caninsulin wirkt nur maximal 7 Stunden lang, dann ist es verbraucht. Der Blutzuckerspiegel steigt deshalb nun auch dann an, wenn die Katze nichts mehr frisst.

Mit 3 iE morgens und abends ist Mirko derzeit gut eingestellt. Wir haben den Blutzuckergehalt regelmäßig kontrolliert und wissen deshalb, dass der Blutzucker vom  Kater den größten Teil der Zeit innerhalb der Normwerte liegt. Ein Diabetiker-Kater muss etwa eine halbe Stunde vor der Insulinspritze gut gefressen haben, wenn er Can-Insulin bekommt. Denn bei gut gefülltem Magen sinkt der Blutzuckerspiegel nach der Insulinspritze nicht zu schnell und zu stark ab. Unser Gast bekommt also um halb acht Uhr – eine halbe Stunde vor dem Spritzen – etwa 100 g Topic. Darauf stürzt er sich mit Heißhunger, wenn und weil sein Fressnapf in den vorangegangenen 4 – 5 Stunden leer war.

Durch den Wechsel von Trockenfutter auf  Topic-Aldi-Feuchtfutter-400-g-Dosen konnten wir die Insulindosis für eine gute Blutzuckerverlaufskurve von 8 iE (=  5 + 3  iE) auf 6 iE mit 2 x 3 iE morgens und abends  herunterfahren.

Wir haben ein Blutzuckermessgerät gekauft, mit dem man auch die Ketonkörper messen kann. Diese lagen – wie die Blutzuckerwerte selber auch – solange der Kater  mit Trockenfutter gefüttert wurde, in den Stunden minderer Insulinwirkung (d.h. in der zweiten Hälfte vom Zyklus) viel zu hoch, an der Grenze zum Notfall.  Das ist nun ganz anders seitdem der Kater kein Trockenfutter mehr bekommt, weil er gern und reichlich „Aldi-gelbe-400-g-Dose“ frisst.

Dem Kater geht es damit jetzt viel besser: Die Blutzuckerschwankungen sind im 12-Std-Verlauf viel geringer, der Blutzucker liegt den größten teil vom Zyklus im Normbereich. Das bedeutet, dass keine Ketone gebildet werden bzw. dass ihre Menge im Normbereich liegt und dass der Kater weder Ketonkörper noch Zucker ausscheidet. Dazu darf der Blutzuckerspiegel im Verlauf des Zyklus 200 mg nicht oder nur kurz und geringfügig überschreiten. Wenn er höher steigt, muss man die Futtermenge reduzieren oder geringfügig (0,25 iE) mehr Insulin spritzen. Fütterungszeiten, Futter, Fressmenge und Insulin müssen immer in einem guten (und gut beobachteten) Verhältnis zueinander stehen. Bei der Verwendung von Cansinsulin können folgende Tipps beim Flachhalten der Blutzuckerkurve helfen:

  1. nur niedrigkalorisches Feuchtfutter füttern, die kaum Kolehydrate enthalten (z.B. Aldi Topic, Animonda Diabetic, Verpackung durchlesen!: denn etliche Futter, auf denen „Diabetic“ draufsteht, sind ungeeignet für Diabetiker, weil sie Reis, Getreide usw., also Kohlehydrate, und sogar auch Zucker enthalten.
  2. Das Futter 6 – 7 Std nach dem „Nadir“ (das ist der Zeitpunkt der höchsten Insulinausschüttung, also des niedrigsten Blutzuckerstandes, er liegt zwischen 3 und 6 Stunden nach der Spritze) ganz wegnehmen. Denn dann steigt der Blutzuckerspiegel auch wieder an, wenn die Katze nichts frisst. Das garantiert auch, dass die Katze eine halbe Stunde vor der nächsten Spritze sich auf ihren Fressnapf stürzt, weil sie Hunger hat.
  3. Eine halbe Stunde vor der Insulinspritze eine große Portion füttern damit die darauf folgende Verabreichung von Insulin den Blutzucker nicht zu schnell absenkt, wodurch die unerwünschte „Suppenschüsselform“ der 12-Std-Blutzuckerkurve zustande kommt. Sie ist unerwünscht, weil die Schwankungen im Blutzucker zu groß sind, sie zeigen bei Trockenfutterfütterung eine Differenz von bis zu 400 mg/dl Blutzucker mit der sehr starken Erhöhung  im letzten Drittel vom Zyklus mit stundenlangen Blutzuckerwerten von über 400 mg/dl inklusive Glucosurie. Die Katze scheidet immer dann Zucker aus, wenn der Blutzuckerwert höher als 200 mg / dl liegt. Bei Caninsulin mit einer Wirkungsdauer von ca 7 Stunden sind das die letzten etwa 4 Stunden in jedem Zyklus, d.h. 8 Stunden am Tag. In dieser Zeit leiden alle Organe der Katze erheblich unter der Überzuckerung. Es kommt durch die zu Entzündungen  im oder am ganzen Körper, häufig am Zahnfleisch, an der Bauchspeicheldrüse, die Katze hört auf zu fressen und die Einstellung entgleist, es muss ein neues, besseres Gleichgewicht gefunden werden. Vorher müssen die Entzündungen, wenn die Katze nicht mehr frisst,  mit einem Antibiotikum unterdrückt werden. Dann muss in den Tagen von dessen Wirksamkeit schnell die neue richtige Einstellung gefunden werden. Wir haben das jetzt mal durchgespielt. Die Betreuung und Pflege eine Katzen-Diabetikers ist ganz schön aufwändig. Aber der Aufwand  lohnt sich. Es kann den Katzen mit Diabetes jahrelang sehr gut gehen. Ein Nachbarkater ist damit 22 Jahre alt geworden (die Halter haben aber gut darauf geachtet, dass er so viel Insulin bekam, dass er sich dauernd im unteren Normbereich befand. Deshalb hatte er auch keine Probleme mit irgendwelchen Entzündungen… Aber die Nachbarn haben auch Glück gehabt, dass er so alt geworden ist, denn sie haben ihn mehrmals unterzuckert auf der Seite liegend vorgefunden, konnten ihn aber mit Traubenzucker wieder ins Bewusstsein rufen….)

Seit der Umstellung auf Feuchtfutter bei reduzierter Insulingabe ist der Kater den ganzen Tag über viel fitter: er springt auf dem Hof herum wie eine junge Katze, er spielt auch wieder (natürlich am liebsten „Faden fangen“), er wälzt sich wieder draußen („fellpflegend“)  im Dreck und rennt hinter Vögeln her, er wirkt wieder mehr wie eine Katze, die eine Katze sein darf  und kein Sofakissen. Wiederbelebt eben. Schaun wir mal, wie wir ihm das erhalte können. Sein Frauchen, zu dem er nun bald wieder zurückgeht, liebt ihn über alles und ist sicher bereit, alles mitzumachen, was sie hinkriegen kann, wenn es gut für ihren kleinen Freund ist.

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