Sommer-Saison und Notfall

25. 6. 2017:   RenaLu:

  1. Wir haben heute eine scheue schwarze Katze aufgenommen, die im Korb vor einem Baumarkt abgestellt war. Solches Verhalten ist lieblos und bescheuert. Das dümmste daran ist, dass die Halter es nicht für nötig gehalten haben, in die vollgepisste Transportbox (wie lange hat die Katze wohl dort gestanden?) einen Zettel reinzulegen oder von außen daran zu befestigen, auf dem steht, wie alt die Katze ist und ob sie GESUND und ob sie geimpft ist und dass sie schnellstmöglich einen neuen Halter, Futter und Wasser braucht. Wichtig wäre auch, der Katze ein Spot-on drauf zu tun bevor sie ausgesetzt wird.  Die Katze in einem Korb vor einem Supermarkt auszusetzen, das  ist allerdings immer noch besser als einfach auszusperren und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Das bedeutet nämlich, dass sie erst mal jemandem als halterlos auffallen muss und dann auch, dass wir sie einfangen müssen, wenn sie gepflegt, instand gesetzt und wieder vermittelt werden soll.  Alle Tierschutzvereine von Berlin sind damit überfordert, wenn in dieser 3-Millionen-Stadt zu viele Menschen die Abgabe ihrer Katze auf diese oder jene Weise betreiben anstatt ihr Tier im Tierheim abzugeben oder mit uns zusammen rechtzeitig und von langer Hand einen neuen Halter zu suchen. Wir wissen noch nicht, ob diese  schwarze Katze männlich oder weiblich ist. Denn Frau Peuker, bei der sie wohnt, hat sie noch nicht gesehen. Sie ist aber offenbar gesund, denn sie frisst ordentlich und setzt auch ab was eine Katze absetzen sollte. Allerdings den Urin offenbar nicht ins Klo.
  2. Unser armer Sanfour wurde vorige Woche von dem neuen, jungen, rot-weißen Nachbarkater, der fast genau so aussieht wie unser Rossini, in den Po gebissen: Sanfour war tagelang nicht mehr anfassbar und hätte gern auch den Verzehr seiner Carbimazol-Pille morgens und abends verweigert. Er hat gar nicht mehr gesoffen und gejault und gehauen, wenn wir ihn anfassen wollten — und sehr schlecht gefressen (eigentlich nur, wenn ICH ihm was gegeben habe), was wir irrtümlicherweise auf die Hitze zurückgeführt haben. Zum Glück haben wir doch noch rechtzeitig bemerkt, dass der inzwischen ganz dürr und flockig aussehende, entwässerte schwache alte Kater eine blutig-eitrige Verletzung neben dem After hatte – rechtzeitig deshalb, weil seine verletzungsbedingte Fastenkur noch nicht zu einer Pankreatitis geführt hatte, die unserer Meinung nach meistens nicht oder zu spät bemerkt dadurch entsteht, dass Katzen zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. D.h. Sanfour hat doch  noch rechtzeitig  Antibiose  (Duphamox) und Spenglersan G, ein  Kolloid,  bekommen und fühlt sich inzwischen bereits wieder so wohl, dass er tüchtig frißt und auch wieder Wasser plantschend aus der Schüssel oder vom Hahn säuft wie früher. Noch mal Glück gehabt! Aber das war knapp. Gefährlich ist in solchem Fall, wenn die Katzenversorgung von zu vielen verschiedenen Menschen gemacht wird, die nicht gut genug miteinander kommunizieren oder eben den Zustand bzw  Befindlichkeiten einer Katze übersehen oder falsch einschätzen.

Bedauerlich finde ich es auch immer wieder, wenn unsere Nachbarn sich Freigänger von irgendwo holen oder mitbringen anstatt einen von unseren zu nehmen (Zumal wir in diesem Fall einen genau gleich aussehenden hätten bieten können!) . Denn damit zerstören sie das Gefüge, die von den Katzen selbst etablierte Ordnung im Karree. Im Ergebnis bedeutet die Aufnahme eines jungen Katers in ein Karree nämlich, dass er die alten Freigänger umzubringen versuchen wird. Wir können aber, obwohl wir das wissen, unseren alten und altersschwachen Katern den Freilauf ins Karree nicht ständig verwehren, da diese Tiere tun wollen, was sie seit mehr als 15 Jahren tun, nämlich frei im ihrem Karree herum laufen. Unsere Pflegestelle, unser Verein, wir haben erhebliche Mehrarbeit und Kosten dadurch, dass die Katzenhalter in diesem Karree sich in solchen Fragen nicht mit uns absprechen. Wie in den meisten Karrees übrigens. Schade. Da fehlen Katzen-Verstand und Verständigung.

3. Noch dazu haben wir heute einen Hilferuf erhalten, bei dem verzweifelte Halter die Not einer bei ihnen aufgenommenen Katers richtig wahrnehmen und richtig durch Abgabe des Tiers beenden wollen.

Hier der Text, den ich (Renate, von Bärbel) heute erhalten habe:

Verzweifelte Familie sucht Pflegestelle für einen alten Kater

Gibt es nicht irgendwo ein Gnadenhof oder eine Pflegestelle für dieses arme Wesen?

Gesendet: Montag, 19. Juni 2017 um 16:41 Uhr

Von: „Nina Lo“ <mondkatze87@gmail.com> An: b.schlichting60@web.de Betreff:

BITTE! Wir brauchen DRINGEND Hilfe oder einen Rat wegen einem Kater!

Hallo und guten Tag. Ich habe ein schwieriges, aber dringendes Anliegen und suche derzeit fieberhaft nach einer geeigneten Anlaufstelle dafür, die mir und meiner Familie damit weiterhelfen kann.

Wir wohnen in 16341 Panketal und haben schon seit vielen Jahren Katzen, die wir auch so artgerecht wie nur möglich halten und versorgen. Letzten November haben wir aus Herzensgüte und Mitleid einen 18-jährigen Norweger übernommen, der zu diesem Zeitpunkt in einem furchtbaren Zustand war – abgemagert bis auf die Knochen, das Fell verklebt und verfilzt, ein Hühnereigroßes Geschwür auf dem Rücken und ein komplett verfaultes Gebiss. Das damalige Frauchen wollte ins Ausland auswandern und hatte kein Einsehen dafür, dass die medizinische Versorgung ihres Lieblings nun mal Geld kostet.

Der arme Kerl hat ein Schilddrüsenproblem, auffällige Nieren und auch das Herz ist nicht mehr so fit. Wir haben ihn natürlich sofort von den Ärzten aufrollen lassen – er wurde am Herz geschallt, operiert (Geschwür entfernt, Zähne gezogen), auf sämtliche Medikamente eingestellt und auf hochwertiges Futter umgestellt.

Zunächst sah es super aus, er taute auf, nahm zu, bekam viel besseres Fell, konnte endlich beschwerdefrei futtern usw., ABER das böse Erwachen kam später noch… Es ist so, dass 2 von unseren 4 Hauskatzen den Opa HASSEN. Es handelt sich um zwei kastrierte Kater im Alter von 4 und 2 Jahren. Von Anfang an haben sie jede Gelegenheit genutzt, um ihn hinterrücks anzufallen und sich einen Kampf mit ihm zu liefern. Wir haben sie also getrennt voneinander gehalten und wollten es ganz langsam angehen lassen, aber die beiden Katerchen sind sehr unleidlich deswegen und fingen an aus Protest zu Pinkeln wo immer es ihnen einfiel… aus dem Pinkeln wurde sehr bald richtige Kater-Markiererei und das ist für unsere Familie kein Spaß. Möbel, Wände, Wäsche, Teppiche, Betten… nichts war mehr sicher – wir waren schon kurz davor, die jungen Kater abzugeben, aber das ertragen unsere 3 Kinder nicht und wir sehen eigentlich auch nicht ein, die Alteingesessenen für einen neuen Kater abzuschieben. Bevor Murphy kam, waren sie die zahmsten, liebsten und verspieltesten und friedlichsten Katzen, die man sich vorstellen kann. Egal wie und mit was wir versuchten, die Kater mit dem Opa zu vergesellschaften, es ging nicht gut… Waren sie mal kurz nicht auf Krawall aus, pinkelten sie dann trotzdem all seine Sachen voll und „bewachten“ ihn, wenn er mal das Hauptzimmer verließ, um das Haus zu erkunden. Jedes Mal jagten sie ihn dann doch wieder davon. Wir haben es jetzt vor kurzem damit versucht, dass er in ein neues Zimmer zog, sodass die Kater und er sich nicht mehr in die Quere kommen konnten. Die zwei Kumpel können jetzt wieder jeder Zeit zu uns kuscheln kommen. Allerdings ist dieser Raum, in dem jetzt der Opi wohnte, unser Schlafzimmer, das den meisten Teil des Tages von uns natürlich nicht besucht wird. Nun ist das Pinkeln und Markieren der jungen Kater zwar wieder deutlich besser bis weg, aber nun ist der Opa schrecklich unglücklich und unzufrieden damit. Bei seinem alten Frauchen lebte er leider als Einzelkatze, aber die Dame war wohl viel Zuhause, sodass er Menschengesellschaft gewöhnt ist. Der Opi jaulte nun oft am Tage und auch nachts noch, sodass er auch die kleineren Kinder im Hause weckte und uns in den Wahnsinn treib… das Schlimmste ist aber, dass er nicht mehr in sein Klo machte. Er schiss mit voller Absicht in den Kleiderschrank (dessen Türen er öffnen kann) oder wahlweise auch unter den Schreibtisch etc., und egal wie viel ich versuchte, ihn zu beschäftigen. Sein Fell ist wieder deutlich schlechter geworden (wir mussten ihn teilweise scheren) und er ist auch wieder viel dünner als zuvor. Er müsste wohl wieder zum Schilddrüsencheck. Es ist kein Zustand mehr – für keinen von uns; für den Opi nicht und auch nicht für uns. Wir haben es damals gut gemeint, als wir ihn vor dem Tierheim bewahrt und von seinem furchtbaren Frauchen weggeholt haben, aber alle Kosten und Mühen scheinen leider hoffnungslos zu sein… So gern wir Murphy auch haben, er passt bei uns einfach nicht rein und wird hier keinen glücklichen Lebensabend erleben können… Wir wünschen uns für Murphy ein ruhiges, stressfreies Zuhause (kleine, laute Kinder mag er gar nicht) mit vielleicht einem ruhigen Artgenossen und Futtergebern, die viel Zeit haben, um ihn zu betüddeln und Wert auf hochwertiges Nassfutter legen. Er spielt auch gerne mal mit einer Katzenangel, nur springen funktioniert nicht mehr so gut bei ihm. Auch auf seine Medikamente muss immer geachtet werden! Trotzdem muss er leider so schnell wie möglich hier ausziehen, da er inzwischen nun schon ins kleine Badezimmer ziehen musste, weil die Sache mit der Unsauberkeit im Schlafzimmer untragbar war, wir aber auch nicht mehr riskieren können, dass die beiden Kater wieder anfangen zu markieren. Wir sind verzweifelt! Auf der einen Seite wollen wir ihn nicht ins Tierheim stecken, von wo er wahrscheinlich nie wieder weiter vermittelt wird, mit all seinen Baustellen und in seinem Alter, aber auf der anderen Seite ist jeder Tag bei uns ein Tag zu viel. Wenn Sie uns irgendwie weiterhelfen können, wären wir Ihnen sehr verbunden. Mit freundlichen Grüßen, Familie Lorenz

Ansprechpartner ist Bärbel Schlichting: Tel. 56 33 665

 

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