Bravecto

Das ist das letzte Foto von Krümel. Kurz vor ihrem Tod blieb sie am Boden, weil sie im epileptischen Anfall, bei dem die Katze im bewusstlosen Zustand in der gegen herumkatapultiert wird,  nicht von erhöhten Liegeplätzen fallen wollte.

Hier nun noch ein – hoffentlich lehrreicher – Nachtrag zum Ableben von Krümel:

Manchmal beschützt einen der Zufall – oder er belehrt einen auch: Heute habe ich im Internet nachlesen wollen, ob und wo ich das Flohmittel „bravecto“ kaufen kann, denn die letzte und erste Verabreichung ist ziemlich genau 3 Monate her. Damit ist das Ende der Wirkungsdauer erreicht. Und was lese ich da?!:

Das Spot-on-Präparat „Bravecto“, ein Langzeitpräparat mit 3-monatiger Wirkungsdauer,    zieht häufig neurologische Störungen bis hin zur Epilepsie nach sich. Sofort habe ich begriffen, woran Krümel gestorben ist. Krümel hatte nie zuvor Epilepsie. Dieses Präparat hat vermutlich ca   7 – 9  Wochen nach seiner Verabreichung  bei Krümel Epilepsie und auch bei Pit ein zuvor nie gesehenes,  merkwürdiges Kopfschütteln ausgelöst hat. Zwar sind beide Katzen alt und vorgeschädigt, das spricht aber eher für meine Hypothese als dagegen. Dagegen spricht auch nicht, dass 3 andere, stabilere Katzen, keine direkt sichtbaren Nebenwirkungen durch  dieses Präparat hatten.

Sehr bedauerlich finde ich, dass Krümel an den Folgen dieser Epilepsie (im status epilepticus) nachts gestorben (die Epileptischen Anfälle haben ihr Arthrose verstärkt) ist und auch durch diese Epilepsie die letzten Wochen ihres Lebens vermutlich mit orthopädischen Schmerzen verbracht hat. Durch die Stürze von ihren Liegeplätzen im epileptischen Anfall hat sich die Arthrose dieser dünnen, zarten 2,36-Kilo-Katze erhebliche verstärkt, so dass sie immer schlechter laufen konnte. DESHALB habe ich sie nach dem nachts aufgetretenen „status epileptikus“  einschläfern lassen.

Wenn ich nicht selber von den Flöhen gebissen worden wäre und nicht gerade sehr abgelenkt war durch andere, eigene (auch soziale)  Verpflichtungen, hätte ich die Verabreichung von einem unbekannten Langzeitpräparat gegen Flöhe vermutlich als zu riskant abgelehnt. Ich hatte immerhin bei der Verabreichung dieses Langzeitpräparats den Gedanken im Kopf, dass man unbekannte Langzeitpräparate nicht verabreichen sollte, denn wenn sie einmal drauf oder drin sind, kriegt man sie ja nicht mehr raus. (Es gibt Präparate – auch für Menschen – deren Wirkungsdauer wesentlich länger ist als offiziell beschrieben. manche Substanzen stören jahrelang.)

Mein liebes Kätzchen, es tut mir leid, dass ich so unachtsam war und mir VOR VERABREICHUNG nicht die Zeit genommen habe, im Internet nachzulesen, was bravecto anrichten kann.

Alle Momente der Lebensgefahr, denen Krümel in ihrem langen Leben ausgesetzt war, sind durch die Benutzung von Pharmazeutika zustande gekommen:

Mit 12 Jahren hat sie sich ein Entwurmungsmittel (profender) von den Krallen abgeleckt und dadurch eine sehr schlimme Halsentzündung bekommen, die zur Verstopfung der Nase geführt hat. Sie hat natürlich  nichts mehr gefressen, bei der Fütterung Luft geschluckt und letztlich nur überlebt, weil meine eigene Menschen-Hausärztin nach einer Woche vergeblicher Ratsuche bei Tierärzten auf die Idee gekommen ist, der Katze Hyaluron-haltige Augentropfen zu verabreichen, die Wasser gezogen und dir Krusten in der verstopften so weit aufgelöst haben, dass die Katze wieder Luft bekommen  und dann auch wieder gefressen hat. Möglicherweise haben diese starken Entzündungen im Hals- und Kopfbereich aber dann durch Gewebevermehrung an der Schilddrüse  eine Überfunktion ausgelöst…

Mit 18 Jahren wäre Krümel dann beinahe an der hohen Überdosierung von Thiamazol (starker Durchfall und Erbrechen) gestorben, die ein Tierarzt angeordnet hatte. Eine bei uns mitarbeitende Heilpraktikerin und unsere neue Haustierärzten haben das aber richtig erkannt und behandelt, so dass sie noch bei uns geblieben ist. Dieselbe Tierärztin hat uns dann aber in diesem Mai bei starkem Flohbefall zur Verabreichung von bravecto geraten…

Das ist bitter! Die Lehre daraus ist: Beipackzettel vorher lesen! Tierärzte nicht als allwissend ansehen sondern als Ratgeber anhören, aber SELBER DENKEN und entscheiden. Sich Zeit nehmen für Erfahrungsberichte und Recherche im Internet. Und: gerade bei alten, zarten und vorgeschädigten Lebewesen nach Möglichkeit nur Substanzen und Medikamente verwenden, von denen man weiß, dass sie sie vertragen.

Na ja, immerhin haben wir Krümel doch so lange gut beobachtet, behandelt und begleitet, dass sie fast 20 Jahre alt geworden ist. Vielleicht wäre sie, wie Norma immer gesagt hat, doch noch 25 Jahre alt geworden, wenn ich ihr nicht auf einen schlechten ärztlichen Rat gehört und ihr „bravecto“ als spot-on gegen Flöhe  draufgetan hätte….

Nun bin ich gespannt, wie es mit Pit weitergeht und ob seine Nervenstörungen von selber wieder weggehen, wenn wir ihm „bravecto“ ab sofort nicht mehr verabreichen.

Es ist schon bedauerlich, dass sich immer wieder Dinge ereignen, die einem klarmachen, dass man sich in jedem einzelnen Erkrankungsfall eines Schutzbefohlenen vor Anwendung von schädlichen Substanzen selber schlau machen muss, wenn man keinen Schaden anrichten oder auch selber erleiden will. Ich ärgere mich jetzt darüber, dass sehr zu häufig, wenn ich Entscheidungen bei Behandlungen an einen Tierarzt delegiert habe, weil ich etwas anderes zu tun hatte, im Ergebnis eine tote Katze dabei herauskam.

Was lernen diese Menschen eigentlich in ihrer Ausbildung? Respekt vor der Pharmaindustrie oder Respekt vor dem Leben?

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