Rossi fängt seinen Schwanz (2013)

Katzenkunde: Rossini fängt seinen Schwanz, 2013

Das neue Jahr hat kaum begonnen, da bringt mich Rossini zur Verzweiflung: Dieser mindestens 14 Jahre alte zugelaufene Pinkel-Kater jagt wie eine Babykatze seinen Schwanz und beißt mit lautem Schrei in dessen Spitze, wenn er sie „gefangen“ hat. 

Schlimmstenfalls ist er „gaga“, weil er eine aktiv ausgebrochene Leukose hat, was wir aber bisher noch nicht als Testergebnis haben. (Der erste Test war negativ, Rossi wurde dann gegen Leukose geimpft nachdem mehrere Kater aus seiner Gruppe und in der Nachbarschaft daran gestorben sind… Nachfolgende Tests waren bei ihm alle negativ – und unser in diesem Fall massgeblicher TA ist der Ansicht, dass die Stimmigkeit dieser Tests bei 98,5 % liegt, also dass man nicht 6 x testen muss um ein richtiges Ergebnis zu bekommen. Ich kann das mit meiner Erfahrung bestätigen. Wann immer jemand bei uns an Leukose erkrankt ist, war der Test positiv. Aber nicht alle positiv getesteten Katzen sind auch an Leukose erkrankt. Erstaunlich ist auch das hohe Alter, das die Positiven und die Erkrankten bei uns erreicht haben…. sie sind mindestens 14 und bisher maximal 17 Jahre alt geworden. Nur „Möpschen“ ist älter als 18 Jahre. Und wir wissen noch nicht, ob er positiv ist, denn wir mussten bisher noch nicht mit ihm zum TA gehen…. )

Offenbar tut es Rossini weh, wenn er seinen Schwanz attackiert, denn er schreit beim Zubiß bzw Reinpieken. Die durch den Biss / Kratzer entstandene Verletzung blutet sehr stark. Ich muss dauernd die Stube putzen (wischen) weil das Blut spritzt und auch mit dem schlenkernden Schwanzende gut verteilt wird an Wänden und Möbeln. Ich verliere meine sehr knappe Freizeit, weil ich versuche, ihn (mit dem Kragen am Kopf) davon abzuhalten, sich in den Schwanz zu beißen. D.h. ich sitze neben ihm und passe auf…  Das geniesst er, er gehorcht auch, wenn ich „Nein!“ sage. Es hilft also etwas, aber der Aufwand ist enorm – und alle paar Tage ist der Kater schneller als ich: dann geht das Beißen und Bluten wieder von vorn los. Ich merke, dass ich zunehmend sauer werde in dem Masse wie ich mich hilflos fühle.

Heute war ich mit Rossi beim TA: der hatte eine wunderbare Idee, wie wir den Kater davon abhalten können, seine Schwanzspitze zu zerbeißen: Der Tierarzt hat

1. das Schwanzende auf Entzündung und Nekrose untersucht  und dann die Haare am Schwanzende abrasiert…

2. die verkrustete Wunde gereinigt, Braunovidon darübergeschmiert…

2. einen Mullschlauch über das rasierte Schwanzende gesteckt…

3. darüber eine hinten abgeschliffene Spritze (2 ccm) gestülpt, so, dass die (nadelwärtige) Öffnung  0,3 mm vom Schwanzende entfernt war: dadurch hat der Hohlraum Luft – und die nackte Schwanzspitze stößt am Ende nicht gegen den Plastikboden…. (trotzdem wäre eine größere Schritze (5 ccm) besser gewesen, weil mehr Luft an die Schwanzspitze gekommen wäre).

4. die Plastikspritze am abrasierten Schwanz festgeklebt…

Das sah dann so aus:  

 6. Der Kater bekam wieder seine „Tüte“ (Halskrause) auf den Kopf. Er kann nun den Schwanz beim normalen Spazieren nicht mehr in die Tüte schlängeln…

7. Aber er kann das Schwanzende mit dem Maul erreichen, d.h. er beißt in die Kanüle – und hauen kann er sie auch; er  arbeitet jetzt auf jede Weise daran, das „fremde“ Stück von seinem Schwanz abzukriegen, den Wunsch kann man ja irgendwie verstehen:

7.1. Er haut es quasi untersuchend beim Spazieren gegen Fenster, Wände und Möbel, dass es scheppert…

7.2. Er „untersucht“ es auf jede Weise und läßt sich was einfallen. Sehr schlaues Katerchen, unser alter Rossini….

… und mir ist längst klar, dass ich nichts dagegen tun kann, dass wir wieder mal eine sehr arbeitsaufwändige und lehrreiche Zeit vor uns haben werden.

Oben: Das Braune ist Braunovidon, Desinfektionssalbe ähnlich wie Jod… Wir haben heute nur 36.- € bezahlt – und dies gern wegen der Erleichterung…  aber das müssen wir nun alle 3 Tage – bis die Schwanzspitze verheilt ist….  Na, toll!     

Warum manche Katzen ihren eigenen Schwanz jagen, damit befassen wir uns dann demnächst mal sachkundig an anderer Stelle, nämlich bei „Wissenswertes“…         RenaLu am 7. 1. 2013      

Fortsetzung vom 9. 1. 2013:

Noch vor ein paar Wochen hatte dieser sehr robuste, liebe, unternehmungslustige Freigänger einen der schönsten und längsten Schwänze weit und breit:

 …und nun das: er stürzt sich knurrend auf sein Schwanzende, piekst mit den Krallen rein und schreit dabei laut auf vor Schmerz!

Heute hatte der Schwanz eine neue Bisswunde (Nachtrag: wahrscheinlich keine Biss- sondern eine Kratzwunde)  trotz Verband. Der Kater hat nachts in den Verband gebissen und zwar vor der darübergestülpten Spritze, genau da, wo die Plastikhülle an der abrasierten Haut festgeklebt wurde. Und nicht nur das. Ich konnte heute auch miterleben, dass er nicht der einzige ist, der seine Schwanzspitze attackiert: Wenn er nämlich lange genug damit vor Peterchens Nase herumwedelt, spielt dieser Katerfreund genau wie er damit „fangen“. Peterchen ist ein sehr artiger und eher defensiver „Sozialkater“; er hat da offenbar etwas verkehrt gelernt vom Freund.

Ich bin also in die Apotheke gefahren und habe mich mit Verbandszeug alles Art zum Abpolstern und Verkleben von Katzenschwänzen ausgestattet…. Das habe ich dann drumrum gewickelt und festgeklebt. Wir werden sehen wie lange es dranbleibt und ob es den Schwanz schützt….

Meine Laune ist mies, das Wetter auch, ich bin dauernd müde, weil ich nachts zu viel Zeit mit Rossini verbringe. Rossini scheint sich insgesamt ziemlich wohl zu fühlen, er schmust und spielt, und er frißt gut. Er sucht auch das Gejaule („Sirenen“)  mit den beiden anderen Katern – und Peterchen beleckt er wie eh und je mütterlich das Gesicht. Das gelingt ihm problemlos mit Halskragen. Er geht auch mit und ohne Halskragen draussen spazieren. Derzeit erlaube ich das aber nicht, denn er schleift den verbundenen Schwanz am Boden im Matsch – und ich kann den Verband noch nicht erneuern…

Mir kommt es so vor als ob er Schmerzen oder Juckreiz im Schwanzende verspürt.  Also ist klar, dass er so lange seinen Schwanz zerbeißen oder hineinpieksen wird wie er darin Missempfindungen hat.

Unser massgeblicher Katzenlehrmeister, Dr. Ferdinand Brunner („Die unverstandene Katze“), geht wie ich davon aus, dass Schwanzbeißen bei Katzen sehr häufig durch Missempfindungen im Schwanzende ausgelöst wird. Er schreibt (S. 274):

„Es gibt Katzen, die hartnäckig ihre Schwanzspitze bejagen und zu erhaschen suchen. Unter knurrenden Lauten wird in diese sogar wiederholt hineingebissen. (Dadurch kann es zu schweren eitrigen Infektionen und in Ausnahmefällen sogar zum Absterben der Schwanzspitze kommen.) (Anmerkung von Renate: Wenn die Katze schlechte Zähne und Streptokokken im Maul hat oder Dreck an den Krallen!) Ich bezweifele, dass es sich dabei um ein wahnhaftes Geschehen oder um fehlgeleitetes Beutejagdverhalten handelt. In manchen Fällen scheint mir die Ursache viel eher in Schmerzzuständen, Neuralgien, Nervenentzündungen als Folge von Wirbelsäulenerkrankungen zu liegen, da die Gabe von schmerzstillenden und entzündungswidrigen Mitteln häufig zu promptem Behandlungserfolg führt. Einem Fall konnte ich auch durch Neuraltherapie und lumbosacrale Grenzstranganästhesie (mehrmals wiederholt mit Präparaten besonders langer Wirkungsdauer) heilen, einen weiteren mit Akupunktur einer mit der Schwanzspitze korrespondierenden Zone an der Innenfläche der Ohrmuschel. In zwei weiteren Fällen konnten die armen Tiere nur durch Amputation des bereits erheblich entzündeten, eitrig infizierten Schwanzes von ihrem qualvollen, zwanghaft anmutenden Verhalten befreit werden….“

Dr. Brunner weist aber an anderer Stelle auch kurz darauf hin, dass Schwanzbeißen  im Gefolge von Leckstereotypien (die Rossini nicht hat! er wäscht sich eher zu wenig…)  auch als ausagierte Übererregung  durch soziale Konflike entstehen kann. Diese führt häufig zu  autoaggressivem Verhalten. „Außer Leck-, Kratz- und Putzstereotypien kommt auch Schwanzbeißen in solchen Fällen nicht selten zur Beobachtung.“ (s.o.S. 274)

Da wir aber genau hingucken und unsere Katzen sehr gut kennen, geben wir noch folgendes zu bedenken: Eine erst Phase von Schwanzfangen gab es bei Rossini 2008, als wir (dank der Globalisierung!) von turkmenischen Wüstenflöhen heimgesucht wurden. Diese haben nicht die Katzen gebissen sondern mich – aber die Katzen haben sie damit irre gemacht, dass sie auf dem Fussboden herum und durch ihr Fell gehüpft sind… Rossi war zu der Zeit wie irre mit seinem Schwanz. Nach Entwesung der Wohnung mit einem Fogger war dann Ruhe… Vielleicht ist so etwas jetzt auch wieder mal angesagt, denn wir haben einen ganz ungewöhnlich milden Winter und vielleicht Flöhe in der Wohnung. Die lieben es ja warm und feucht….

Na, schaun wir erst mal, was der Doktor morgen macht. Ich plädiere erst mal für einen leichten dickeren, weicheren, nicht durchbeißbaren Verband – und für Entzündunghemmer – ein Antibiotikum anstelle von Spinnengift – und Schmerzmittel… Auf keinen Fall bekommt er Kortison, denn er könnte jetzt eine manifeste Leukose haben obwohl er negativ getestet ist. Die Stereotypie könnte auch Ausdruck einer Leukoseerkrankung sein, das hatten wir schon beim „Tiger“ erlebt, seinem Freund, der vor 2 Jahren daran gestorben ist…. Wir werden ihn also morgen auch gleich noch mal testen lassen, denn Leukoseviren ziehen sich ja bei latenter Infektion immer wieder ins Rückenmark zurück, so dass sie nicht testbar sind. Aber natürlich richten sie dort Schaden an… Deshalb äußert sich Leukose, die ja ein ausserordentlich vielfältiges Erscheinungsbild hat,  bei manchen Katzen als Demenz oder Stereotypie…

10. 1. 2013 – Als wir heute beim Arzt den Verband abgenommen hatten, schlug uns ein extrem stinkender Eitergeruch entgegen. Die Krusten waren weg, man konnte die ursprünglichen Verletzugen, die zum Schmerz- und Juckreiz geführt hatten deutlich sehen: eine ca 2 cm lange Kratzwunde an der Spitze des Schwanzes – und mindestens 4 Verletzungen (von Canni – Reißzähnen? oder Krallen?).

Die Schwanzspitze hatte 4 Petechien. Das sind stecknadelkopfgroße blaue Punkte in der Haut. Sie entsehen durch mangelnde Sauerstoffzufuhr, bestehen also aus abgestorbenem Gewebe. Da sie klein und oberflächlich waren, äußerte der Doktor die Hoffnung, dass darunter ein Heilungsprozess stattfände, der später zu Abstoßung der nekrotischen Gewebeteile führen würde….

Wir haben den Schwanz gereingt, desinfiziert und wieder mit Braunovidon eingeschmiert, damit sich keine Krusten bilden und der Eiter auslaufen kann. Wir haben heute auch auf die „Spritzentechnik“ am Schwanzende verzichtet und statt dessen den halben Schwanz in Mullbinden,  Watte und Klebepflaster verpackt. Rossini hat auch eine Spritze mit Duphamox bekommen (ein Depotantibiotikum mit Amoxicillin, das alle 2 Tage gespritzt wird).

Der Kater hatte heute genügend Ablenkung, Beschäftigung und Unterhaltung, er war ständig unter Beobachtung und hat sich in dieser Zeit auch gut benommen. Aber kaum war ich kurz weg, da hat er sich trotz Halskragen wieder in den Verband gebissen – und zwar an der dünnsten Stelle, wo der Verband am Schwanz festgeklebt wird.  Deshalb haben wir da eine Lage Watte drumgewickelt, die etwa 2 cm weit körperwärts die Klebestelle vom Verband AUF DEM BEHAARTEN SCHWANZ überdeckt. Darum kam dann  selbstklebende Binde,und Hansaplast Pflaster, das ja klebt wie der Teufel und furchtbar stinkt, da möchte er wirklich nicht reinbeißen. Der Trick am neuen Verband besteht nun darin, dass der Kater an den Haaren am Verbandsanfang zupfen kann so viel er will, er löst damit die Klebestelle nicht, denn die liegt weiter hinten unter dem Verband. Und er kann sich auch diesseits der Klebestelle keine neuen Verletzungen zufügen, weil der Schwanz da ja auch eingepackt ist. WIR lernen eben auch dazu.  

Samstag, 12. 1. 2013 – Ich dachte es mir schon, denn Rossini begann gestern nachmittag, seinen Verband zart abzulecken anstatt hineinzubeißen:

Als wir heute beim Doktor den Verband abgemacht hatten, sah das Schwanzende gut verheilt aus, es war trocken und roch überhaupt nicht mehr nach Eiter… also, wir haben die Hoffnung, dass der Schwanz dranbleiben kann. Es könnte aber sein, dass der letzte Zentimeter taub ist…  

14. Januar 2013 – Wir sind heute nicht – wie verabredet – zum Verbandswechsel zum TA gefahren sondern haben ihn angerufen und erzählt, dass Rossini seinen Schwanz samt Verband nicht mehr beißt, so dass ich davon ausgehe, dass er nicht mehr entzündet ist und nicht mehr juckt oder schmerzt.  Der meinte daraufhin, ob ich den Verband selber wechseln kann (nein!) und dass ich dann aber morgen kommen soll. Ich habe auch Duphamox durch Synulox (= fast dasselbe in Tablettenform) ersetzt und gebe es erst mal mit Hähnchenbrust roh. Darüber freuen sich alle, denn sie bekommen ohne Medizin was davon ab….  

Ich konnte heute auch den Halskragen weggelassen. Rossini geht jetzt ohne Kragen durch die Katzenklappe raus in den Schnee und führt wieder sein fast normales Leben. Allerdings halten wir ihn von Katzen fern, die er beißen könnte (Ntschotschi) oder die ihn beißen könnten (Sanfour)…. Der arme Zappa wird im großen Gehege eingesperrt und meckert und jammert herum, was ich gut verstehen kann. Ich möchte ihn trotzdem jetzt nicht wieder rauslassen, denn zusätzliche Putzarbeit durch sein extremes Harnmarkieren kann ich jetzt nicht auch noch brauchen….

 Heute hatten wir 2 x Schmusemenschen  zu Besuch, das hat für Ablenkung gesorgt und auch für gute Laune bei allen Katzen, die jetzt wegen meiner Beschäftigung mit Rossini von mir vernachlässigt werden. Das Wetter (- 2 bis – 6 Grad Celsius) und reichlich Schnee sorgt für eine gewisse Grundspannung in der Katzengruppe: Keine will länger als 10 Minuten draussen spazieren gehen; statt dessen zicken drinnen zu viele Katzen auf zu wenig Raum miteinander herum.  Hoffentlich ohne weitere Bisswunden….

15. 1. 2013 : Rossini kann jetzt ohne Kragen bleiben, glaube ich, denn er ignoriert seinen Verband. Heute hat er sich auf dem Weg zum TA kaum noch beschwert, er hat auch im Wartezimmer kein Indianergeheule von sich gegeben. Und wir haben heute beim Doktor nur noch 16.- € für die Erneuerung des Verbandes bezahlt – denn Antibiose machen wir ja nun selber mit Tabletten (Synulox). Wir sind sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess: die blauen Punkte sind weg, die Bissnarben gut verheilt, die lange Kratznarbe rund um das  äußerste Schwanzende ist noch ein bisschen grötet, es riecht aber gar nichts mehr nach Eiter. Die Wunde ist vollkommen trocken. Also bleibt das gute Stück wahrscheinlich doch dran… es hat allerdings noch gar keine Haare….

Es geht mir wieder etwas besser, denn ich kann meine normale Arbeit wieder tun, also z. B. auch mal meine Privatwohnung sauber machen oder einkaufen gehen…. Ja, ich war heute sogar mit den Katern wieder auf der verschneiten Wiese vom Nachbarn, wo sie Mauselöcher belauert und sich gegenseitig spielend gejagd haben…..

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Ein schlimmer Tag, der 17. 1. 2013: Der Kater hatte sich über Nacht den Verband von seinem Schwanz abgemacht. Er konnte es, weil ich die Klebestelle am Verbandsende nicht nachträglich und zusätzlich  noch ca 3 cm breit mit Watte, Mull und Hansaplast überklebt hatte. Morgens traf ich das an:

Natürlich ein Mittwoch. Frau Bartels war aber glücklicherweise noch in ihrer Praxis und konnte einen Notverband anlegen.

Am nächsten Tag wurde das zerfetzte Stück Schwanz dann von Dr. H. chirugisch entfernt.  Das Ergebnis sah so aus:

Der Kater war nach kurzer Zeit wieder munter. Er brauchte auch nicht lange um rauszukriegen, wie er den erhaltenen Stummel unter seinen Kragen und in sein Maul kriegen konnte. Seine sehr spitzen, langen und scharfen Krallen waren aber auch geschnitten worden, so dass er sich und mich nun nicht mehr so leicht verletzen kann und auch weniger Zugriffsmöglichkeit auf den Verband vom verbliebenen Schwanzrest hat…

Die gute Nachricht von heute ist: der Kater wurde auf Leukose getestet, der Test war wieder negativ (2. Testung). Dadurch reduziert sich mein Ekel im Umgang mit dem Kater. Meine Bereitschaft, mich sehr zeit- und kostenaufwändig um diesen alten Strassenkater zu kümmern steigt und damit auch seine Lebenserwartung. Wir liegen derzeit bei etwa 300.- € für Tierarzt diesen Monat für Rossini… und der Monat und die Behandlung sind ja noch nicht vorbei…

Fairerweise muss ich sagen, dass der erfahrene  TA von Anfang an dazu geraten hatte, das „angepiekte“ und entzündete Stück Schwanz abzutrennen – aber ICH hatte ja noch darauf gehofft, dass er sich wieder beruhigt, wenn die Entzündung raus ist. Grundsätzlich ist es eben so, dass Therapie juristische gesehen „Körperverletzung im Auftrag“ ist, d.h. der Kunde entscheidet, was der Arzt tun soll, auch wenn er keine Ahnung von Katzenmedizin hat . Der Arzt kann sich freilich weigern, mit der Katze das zu tun, was der Kunde möchte. Aus diesem grund reden viele Tierärzte gar nichts, sie verraten dem Kunden auch nicht, welche Medikamente das Tier bekommen hat – und das ist ganz schlecht, denn KEIN Tierarzt hat dauernd offen, so dass man als Kunde zwangsläufig mehrere Tierärzte mit unterschiedlichen Öffnungszeiten braucht. WIR führen über jede Katze eine Personalakte, in der alle Beobachtungen und Behandlungen ganz genau eingetragen werden müssen, damit wir beim Arztwechsel sofort angeben können, was bisher mit der Katze gemacht wurde. Das ist ausserordentlich hilfreich. Eine solche Handhabung würde ich übrigens allen Katzenhaltern raten, auch den privaten, die nur eine oder zwei Katzen haben…  Wir haben jetzt nur noch das Problem, dass alle Tierärzte verschiedene Medikamente haben, die man nicht durcheinander spritzen kann – und dass sie auch leider sehr verschiedene Vorstellungen davon haben WELCHE  und  WIEVIEL Arznei eine Katze im selben Behandlungsfall braucht.

 Da meine rechte Hand inzwischen an einer Stelle so ähnlich aussieht wie seine Schwanzspitze, ist mir klar, WIE er seinen Schwanz von Anfang an selber verletzt hat: nicht durch Zubiß, wie ich bisher gedacht hatte, sondern mit seinen sehr scharfen und spitzen Krallen.  

18. 01. 2013 – Seit heute wird der Kater rund um die Uhr bewacht, denn es ist unübersehbar, dass alle Hilfsmittel, die ihn davon abhalten sollen, seinen Schwanz zu bearbeiten, nicht wirklich tauglich sind, ihn daran zu hindern. Wir werden etwas erfinden müssen…. und bis dahin müssen wir  Tag und Nacht darauf aufpassen, dass er die Schutzhüllen nicht ablegt und eben auch mit Kragen nicht drangeht…   Na toll. Bessere Erfindungen für solche Fälle scheinen sich nicht zu lohnen… 

20. 1. 2013 – Inzwischen geht es Rossini offenbar wieder richtig gut, er schmust und schnurrt mit Besuchsdamen. Dann geht er eine Runde draussen im Schnee spazieren. Er frißt gut, bumst Peterchen, spielt „Sirenen“ mit Sanfour  und  ruht dann wieder entspannt über oder nebender Heizung.  Erstaunlicherweise ist er auch mit mir sehr freundlich und umgänglich, eigentlich ist alles so wie immer. Aber unübersehbar will er nach wie vor den Verband vom Schwanzstummel abhaben. Deshalb nehme ich ihn überall hin mit, wohin ich selber auch gehe. Allerdings hat dieses „Baby“ eine unglaubliche Energie und Power, er schreit unentwegt, wenn er vorn sein muss – und er schläft wenig und fordert viel Begleitung bei der Umrundung von Haus und Garten. Gestern ist er mir mit Halskragen und Verband am Schwanz über unseren 250 cm hohen Zaun zum Nachbarn abgehauen. Es macht bei diesem Schneegestöber und 7 Grad unter Null einer alten Frau keinen Spaß da hinterherzusteigen…. Er schläft leider auch immer nur kurz, d.h. wir müssen ihn tagsüber wachhalten, damit er wenigstens nachts schläft. Allerdings frißt er immerhin wenigstens ziemlich artig seine Medizin…. 

Inzwischen liegen wir bei 340.- € Kosten – und ein Ende des Problems ist nicht in Sicht. Dafür haben wir einiges „by doing“ gelernt, denn wir haben von Anfang an fast alles falsch gesehen und falsch beantwortet:

1. Wir hätten sehen sollen, dass er sich mit „Maussprung“ auf seinen Schwanz stürzt und ihn nicht beißt sondern mit seinen spitzen und langen Krallen wie eine Maus behandelt, also er spielte damit. „Schwanzbeißen“ ist in unserem Fall eine falsche Bezeichnung. Zur Verletzung des Schwanzspitze ist es in dem Masse immer mehr gekommen wie sich daran weniger Haare als Schutz für die Haut befanden…. Am Schluss waren gar keine Haare mehr dran, deshalb hat jeder Zugriff des Katers auf das letzte Schwanzstück eine sehr heftige Blutung durch die Verletzung der dort befindlichen Arterien bewirkt.

2. Das bedeutet: wir hätten SOFORT die Krallen schneiden und einen Halskragen aufsetzen müssen, damit er sich an der verletzten schwanzspitze die Haare nicht ausreißen kann…

3. Wir hätten SOFORT Antibiotika geben sollen und SOFORT eine geeignete Schwanzhülle bauen und anbringen müssen (was allerdings im Handel nicht erhältlich und zugegebenermaßen schwierig ist. Am besten war noch der selbst angelegte, letzte Verband von Dr. vH ohne Spritzenkolben…. Aber zu solcher Erkenntnis muss man sich eben mit „Versuch und Irrtum“ auch erst mal hinarbeiten…

 22. Januar 2013 – Heute ist der 5. Tag nach der Schwanzamputation. Mir ist klar, dass ich noch mindestens 14 Tage lang auf den verband aufpassen muss, wahrscheinlich sogar länger – und zwar so lange bis das derzeitige Schwanzende gut behaart ist. Kompetente Unterstützung für mich ist nicht in Sicht: die Studentin, die gestern gekommen ist, um Rossi zu beaufsichtigen während ich beim Orthopäden war, hatte ihm, weil er sie ja so lieb darum gebeten hat, den Halskragen abgemacht. Mich traf fast der Schlag als ich wiederkam und es sah…  Man darf eben naive Leute nicht als Babysitter für Katzen einsetzen. Sie hatte aber zum Glück den Raum nicht verlassen und war nicht von Rossis Seite gewichen, deshalb war er nicht an den Verband gegangen… Vorsichtshalber hatte ich da aber wieder den Verband großzügig vergrößert mit Watte, Mullbinde und Hansaplast in Richtung Katzenkörper um die Klebestelle vor Attacken zu schützen. Bis jetzt funktioniert es. 

Für mich ist diese Art „Gefängnisstrafe“, also das nicht Wegkönnen, weil ich auf einen nicht kooperativen Kater aufpassen muss,  zunehmend unerträglich….. Manche Menschen, die MIR „helfen“ wollen (und nicht dem Kater!), schlagen mir vor, ich solle den Kater doch betäuben…. Aber das tun wir, wenn überhaupt, vielleicht als letztes…. Das schlimmste an meiner erzwungenen Zweisamkeit mit Rossini ist, dass ich mich um keinen anderen mehr kümmern kann, vor allem nicht genug um die anderen Tiere…. Da brauchen dann alle Geduld, Disziplin und einen langen Atem…

29. 1. 2013 – Ich habe eine Woche lang gut darauf aufgepasst, dass der Verband noch dran und der Stummelschwanz noch heil ist. Der Kater hatte vorübergehend Durchfall. Den kenne ich u.a. von Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion. „SDÜ“, wie wir es nennen, ist für den Halter des Patienten kein Vergnügen sondern eher so etwas wie Gefängnisstrafe – wie alle Erkrankungen der lieben Kleinen, die mit zwei und mehr Tablettenterminen verbunden sind.  Ich kam also auf die Idee, die starren Ösen vom Plastikkragen könnten den Kater ständig so in den Hals pieksen, dass die im Hals liegende Schilddrüse dauernd gereizt wird. Vorbeugend habe ich deshalb sehr viel Zeit mit ihm verbracht und den Kragen ganz abgemacht solange ich mit ihm zusammen im Raum war. 

Dann ging es einer anderen Katze schlecht, ich musste mich in einem anderen Raum um sie kümmern – und Rossini musste so lange wieder mit dem starren Plastikkragen leben. 

Heute, am 29. 1. 2013, waren wir wieder beim TA. Eigentlich sollten die Fäden gezogen werden. Unser TA fand aber, es sei noch zu früh und verschob den Termin auf nächsten Donnerstag.

Statt dessen begutachtete er die Narbe: der Schwanzstummel ist prima in Ordnung, er hat keine neuen Biss- und Kratzwunden, aber leider auch noch nicht wirklich Haare. Nach dem Anlegen eines neuen Verbandes gab es dann noch Modenschau: Wir führten unsere selbst ausgedachten und  gebastelten  neuesten Modelle „Schwanzschutz“ vor:

1. Das Modell „Socken-Schuschu“ ist sehr einfach herzustellen: man stopft 4 Wollsocken ineinenader und näht die Wurst dann am Ende zusammen. Es hält besser, wenn man an der halswärtigen Seite des so entstandenen „Reifens“ noch ein 25 cm langes Gummiband reinfädelt. Die Vorteile dieses Modells sind: es ist mollig warm und piekst nicht. Die Nachteile sind: es rutscht dem Kater über die Schultern und umfängt seinen Bauch wenn er sich damit durch enge Öffnungen schiebt. Manchmal streift er es dann ganz ab. Das ist kein Wunder, denn eine Katze kommt durch jeden Spalt, wenn sie den Kopf hindurchdurchschieben konnte. Unser Kater mag Socken-Schuschu, er schnurrt sogar, wenn ich es ihm anlege. Aber es ist noch nicht sicher genug.

Wir brauchten also noch ein Modell, das mehr Sicherheit vor Beißgelüsten bietet in der Zeit der Heilung und des Wachstums der Haare: Modell „Body 1“ ist eine Kreation von mir:

 „Body 1“ besteht aus einem Stück einer abgelegten Baumwollhose aus Jersey. Der Stoff ist fest, elastisch und gut waschbar. Oben auf dem Rücken sind Druckknöpfe, weil das Teil dadurch leichter anzulegen ist. Die Schwanztülle ist aus einem sehr festen Baumwollstoff und wird ebenfalls mit Druckknöpfen am Rumpfteil befestigt. Der Kater hat Bewegungsfreiheit und die Schwanztülle bietet genug Raum für einen weichen, leichten Verband, der dick genug ist, um den Schwanz vor Attacken zu schützen bevor er wieder behaart ist. Jedenfalls hoffen wir das. Auf diesem Bild trägt Rossini zusätzlich noch Modell „Socken-Schuschu“ am Hals, das wäre aber gar nicht nötig. Es dient hier nur der Vorführung.

Der Nachteil bei diesem Modell ist, dass man es waschen muss, wenn er sich damit im Dreck oder im Katzenklo wälzt, d.h. man braucht mehrere. Es ist auch noch nicht ausgereift – ich könnte mir eine Verbesserung vorstellen dahingehend, dass man ein zusammenhängendes Stück  mit Reisverschluss auf dem Rücken hat. Na, schaun wir mal….

Insgesamt ist erstaunlich wie artig Rossini alles mitmacht, was wir mit ihm veranstalten. Er scheint es als Abwechselung zu erleben.

Wir müssen jetzt unbedingt weitere Fehler in der Einschätzung und von der handwerklichen Seite her vermeiden.

Und irgendwie müssen wir es hinkriegen, dass er genügend menschliche Unterhaltung und Beschäftigung hat, denn das scheint ihm zu gefallen.

Es könnte einem in den Sinn kommen, er möchte vielleicht in einen Privathaushalt vermittelt werden. Aber jedem, der das glaubt, empfehle ich, ihn mal für ein bis zwei Stunden in einen anderen Raum oder eine andere Wohnung zu bringen, die er nicht als „seins“ anerkennt….

20. 2. 2013:

uff, geschafft! Rossini bleibt jetzt von seinem Verband, jedenfalls tagsüber, wenn er abgelenkt ist. Nachts tun wir den Kragen noch drauf. Vorsichttshalber.

Denn diese zeitaufwändige Versorgung hätte uns fast den unnötigen Tod von 2 weiteren Senioren beschehrt. Bei Columbine haben wir es leider vermasselt….. bei Möpschen konnten wir es nochmal hinkriegen….

Der Verband bleibt aber so lange dran, bis unser TA „bester Verbandmacher“ aus dem Urlaub zurück ist – vielleicht sind dann die haare auch schon wieder so gewachsen, dass er davon bleiben kann….

24. 2. 2013: Rossinis Schwanz, 3. Akt

Vorgestern haben wir den festen Verband von Rossinis Schwanz entfernt, es wurde auch Zeit, denn die Haut braucht Luft, vor allem an der Klebestelle. Das Reststück ist inzwischen sparsam behaart.

Offenbar wurde durch die Befreiung des Stummels dieser auch wiederbelebt, d.h. wir haben jetzt wieder eine lebhafte Katze, die sehr unternehmungslustig ist und die unter dem Tisch oder unter dem Bett sitzt um den dünnen Mullverband, den der Arzt noch als „Stülper“ angebracht hat, schleunigst zu entfernen. Wir hatten aber zum Glück eine amerikanische Studentin als Catsitterin anwesend, die das Tun  sofort bemerkt und gemeldet hat, so dass wir gegensteuern konnten.

Zunächst haben wir versucht, den Kater zu beschäftigen, ihn einfach abzulenken. Wir sind sogar mit ihm raus gegangen, aber das war trotz Scheefall ganz verkehrt, denn sofort machte er sich an die Entfernung des Stülpers, dann verschwand er sogar noch über den Zaun zum Nachbarn…. oh je…. 

Wir rappelten mit der Körnchendose, er tauchte wieder auf, wir haben ihn reingeholt – und dann den Stummel mit einer Lage selbstklebende Mullbinde gesichert. Das halb aber gar nichts, denn der kater meinte, das muss auch schnell weg. Also bekam er wieder den Kragen um….

Es ging nicht anders.

Nach 2 Tagen voll mit unglücklichem Katergesicht kam ich dann auf die glorreiche Idee, ihm etwas schlanker geklebten Karton aus dem Innern einer Klorolle über den Stülper zu kleben und daran zu befestigen.  Der Stummel bekommt nun Luft und ist trotzdem geschützt. Wir konnten den Kragen wieder abmachen, beobachten den Kater aber dann ständig, denn wir sind misstrauisch und möchten nicht nochmal von vorn beginnen.

Inzwischen sind wir auch besser unterrichtet: Eine TA hat gemeint, dass man den Schwanz bei solchen Katzen gleich GANZ abschneiden muss, wenn es was bringen soll, weil die Nervenstörung, die das Jagen bewirkt, oft nicht vom Schwanz sondern weiter oben von der Kreuzbeinplatte ausgeht….

oben: Katerschwanz mit dem Inneren von Klorolle als Schutz, fest geklebt mit Hansaplast: eine prima Sache solange es nicht nass wird und aufweicht, denn die Umhüllung ist luftdurchlässig und sehr leicht – das Konstrukt aus Pappe und Hansaplast stört ihn offenbar erstmal nicht…..

t.  

 

 oben: für alle, die es nachbauen wollen (oder müssen:)

1. = Karton aus dem Innern einer Klorolle – längsseits aufgeschnitten, enger gerollt und wieder gut zusammengeklebt mit Hansaplast (offenbar hält der Geruch davon den Kater schon davon ab, in den Karton zu beißen) wird über den Stülper gestülpt und an dessen Klebestelle festgeklebt.

2. = Klebestelle vom „Stülper“ (aus Mullbinde) auf den Haaren vom unversehrten Schanzstück….

3. = diese Klebestelle muss UNBEDINGT dann so mit Watte und Mullbinde umwickelt werden, dass der Kater nicht an der Klebestelle herumpuhlen kann.   Dieser lose Aufsatz muss dann am Klorollenkarton festgeklebt werden.

1. März 2013:

Rossini bleibt doch nicht von dem Kartonverband: er brummt ihn an und zerfetzt ihn. Keine Chance also. Ich habe ihn abgemacht und vorn den Kragen wieder drauf, denn das zappelnde Stunmmelchen erschreckt ihn, wenn er es sieht.

 Allerdings ist ja klar, dass dieses Teil ohne Haare völlig schutzlos ist. Ich bin inzwischen auch richtig sauer auf unseren TA, der es eigentlich besser hätte wissen müssen oder sollen…. Als absehbar wurde, dass Rossi nicht davon wegbleibt, hat er sich sehr beeilt, MIR die Schuld daran zuzuschieben, dass der halbe Schwanz noch dran ist….

Was kann ich denn jetzt noch tun, um den Stummel in den nächsten 3 Monaten zu beschützen und den Kater an sein „neues Teil“ zu gewöhnen? Vor allem wohl jede Woche Krallen schneiden!

Von vorn betrachtet ist der Kater ja noch ganz ok und wirklich lieb…

Also waren wir (unsere kalifornische Cat-Babysitterin Christina, Rossini  und ich) heute zum Krallenschneiden bei Frau Bartels, erfreulicherweise kostenlos als Geschenk an unseren Verein und nette Geste gegenüber von dessem derzeit arg leidgeprüften Vorstand: Es gab natürlich auch eine Begutachtung vom Stummel. Frau Bartels riet mir, den Kragen noch dran zu lassen, weil die Entzündung (???!!) noch nicht ganz weg sei….

 Wieso Entzündung? frage ich mich.

2. 3. 2013: Und heute war Generalprobe: bei diesem herrlichen Sonneschein konnte ich den energiegeladenen Freigänger, der seit 8 Wochen drinnen sitzen musste, nicht mehr zurückhalten: Kaum war er (ohne Kragen) draussen, da war er auch schon über die Zäune der Nachbarn verschwunden um seinen Bedürfnissen nachzugehen: Vögel jagen. Es zwitscherte von allen Seiten, schier zum verrücktwerden für einen Kater…. gefangen hat er aber nichts – und zurückgekommen ist er auch ohne seinen Stummel verletzt zu haben – aber einmal hätte er BEINAHE draufgehauen und reingebissen. Wir haben ihn dann als Ersatz für Maus (die sind auch alle rechtzeitig in ihren Löchern verschwunden) mit Rindergulasch abgefüllt und ihm den Kragen wieder umgetan, denn an dieses zappelnde Stummelchen hat er sich noch nicht gewöhnt. Wenn er es sieht, erschreckt es ihn. Offenbar ist ihm auch nicht klar, dass es ein Teil von ihm ist.

Die Kosten liegen inzwischen bei etwa 530.- €. Und das ist vermutlich noch nicht das Ende der Geschichte!

11. März 2013 – Heute sind wir nun schon mal immerhin so weit:

 Wir müssen aber vorsichtig sein und diese Woche auch die Krallen an den Vorderpfoten wieder schneiden lassen….

Da ich inzwischen völlig ermüdet bin was die Beaufsichtigung des Katers ohne Kragen angeht, trägt er nun vorsichtshalber meistens wieder den Plastikkragen. Er hat sich in erstaunlicher Weise daran gewöhnt und damit abgefunden…..

 13. 3. 2013: Heute ist ein aufregender Tag, denn Rossini ist erstmalig nach 8 Wochen wieder ohne Kragen und ohne menschlichen Aufpasser stundenweise unbeobachtet allein in der Katzenwohnung!

Und dann das:

 

 

 

 

 20. 4. 2013:

Rossis Stummel ist wieder einigermassen behaart, dem Kater geht es gut. Er beißt gelegentlich ins Stummelende und quietscht – aber nicht so, dass Blut fließt… Die Krallen halten wir kurz. Vielleicht haben wir es ja doch geschafft!

 Nachtrag vom Mai 2013:

Ja, wir haben es geschafft: der halbe Schwanz ist noch dran und hat wieder Fell. Und der Kater interessiert sich gar nicht mehr für seinen Schwanz.

 

Die Seite wurde zuletzt geändert am 8 Februar 2014.