Gedichte

Die Ballade von der armen Katze

Einst war ich eine arme Katze,

ich lebte mit verletzter Tatze

draußen, hatte kein Zuhaus’,

fraß aus Mülltonnen – und Maus.

 

Im Winter suchte ich mir Schutz:

In fremden Kellern voller Schmutz

traf ich auf andere müde Krieger:

Keiner von uns blieb letztlich Sieger.

 

Beim Kampf machten wir viel Geschrei

lauter Gesang war auch mit dabei.

Da hörte uns ne stille Mieterin.

Sie kam und guckt mit wachem Sinn

 

in all die vollen Kammern vom Keller!

Mein kleines Herz schlug immer schneller.

Dann trat ich vor,  hielt ihr voll Mut

das  verletzte Bein hin – oh, wie gut!

 

Pina  Pau, so heißt mein Stern,

sie hatte mich sofort soooooo gern,

dass sie mich mit nach Hause nahm.

Da war ich nur noch halb so lahm…

 

Sie gab mir einen Korb zum Ruh’n,

fürs Futter musst’ ich nix mehr tun,

es wurde mir  so fein serviert:

Hab ich nicht lange mich geniert….

 

und bin nun nicht mehr „arme Katz“

sondern von Pina Pau der Schatz!

Jetzt lieben wir uns beide sehr –

und jeden Tag ein bisschen mehr.

 von Lola 13

 

 Foto: unsere Ehrenamtliche Helferin Pina mit Ntschotschi © 2013

Mignons Abschied + letzte Strophe- 2014

Ménage à trois

 von Petra Namyslo

Ich hab mein Herz verloren
und bin seit jener Nacht
verliebt über zwei Ohren,
um den Verstand gebracht.

Erblickt hab ich die Beiden
dereinst im Internet,
es ließ sich nicht vermeiden,
ich fand sie sehr adrett.

Kam abends sie besuchen
in ihrem kleinen Reich,
da gab’s zwar keinen Kuchen,
doch einen Flirt sogleich.

Ich fand sie beide herrlich,
so hübsch, charmant und fein,
und lud sie ganz begehrlich
zu mir nach Hause ein.

Doch blind macht sie, die Liebe,
zu wahr ist dieses Wort,
so trieben mich die Triebe
an einen andern Ort.

In der verhassten Küche
bin ich gefangen nun,
im Kleid Heringsgerüche,
muss schwere Fron jetzt tun.

Sie drohen zu verfetten,
und ich werd nicht mehr froh,
sie lagern auf den Betten,
die Magd auf hartem Stroh.

Des Nachts, ich will nicht maulen,
da kommen sie zu mir,
zum Lohn darf ich sie kraulen,
die schwarzen Kater hier.

Wir toben durch die Räume,
verliebt wie einst im Mai,
Katzen- und Menschenträume –
wir Drei, wir sind so frei!

 Dez. 2008

  

 

 Satansbraten

von Petra Namyslo

Diese beiden Satansbraten,

mächt’ger Fürst der Finsternis,

sind vortrefflich euch geraten,

sehr zu meiner Kümmernis.

 

Pünktlich stets zur Geisterstunde

spukt das höllische Getier,

dreht erst lautlos seine Runde

in dem nächtlichen Revier.

 

Dann erwachen meine Stuben

zum verwunschnen Dschungel nachts,

wilde Jagd der schwarzen Buben,

von den Fensterbänken kracht’s.

 

Ängstlich spielen sie Verstecken,

wenn ich rufe: „Nein, das reicht!“

Suche sie in allen Ecken,

durch die nur der Nachtwind schleicht.

 

Friedlich ist sie nun, die Meute,

Morgenstille liegt im Raum.

Auf dem Tisch blinkt noch als Beute

Glöckchen klein vom Weihnachtsbaum.

  

Die Seite wurde zuletzt geändert am 18 Januar 2014.