Alle Jahre wieder: Tierheime + Pflegestellen sind voll

5. 7. 2014: Das Tierheim Berlin ist voll, dort werden jetzt (laut Rundmail von dieser Woche) keine Katzen aufgenommen. Bei allen anderen Stellen, die ich kenne, ist es genau so. Wir haben keine Ahnung, was mit den Katzen passieren kann und soll, die „jetzt weg müssen“…

Es ist jedes Jahr dasselbe – und keine der zuständigen Autoritäten tut irgend etwas um dieses massenhafte Elend zu verhindern. Zuchtbeschränkung wäre gut und behördliche Kontrolle von  Katzenhandel  (z.B. Finanzamt, Jobcenter, Ordnungsämter) ebenso, vor allem wenn sie dabei behilflich sind, Tierschützer von Händlern unterscheiden zu können.

Die Unterbringung bei „Katzenmessis“ (oft sammeln diese Leute die Katzen von draussen wider Willen, sie nehmen sie auf, weil es sonst keiner tut – ausser Frau Noto) tut den Tieren nicht gut. Und den Messis auch nicht. Dasselbe gilt für Halter, die eigentlich kein Tier wollen. Und für solche, die nicht kompetent oder gut genug betucht sind für Katzenhaltung.

Wir denken gerade mal wieder darüber nach, wer und was noch dabei behilflich sein könnte, Tierproduktion und Tierhandel aus Erwerbsgründen entgegenzuarbeiten. Wer denkt mit?

 

So auch das Tierheim Berlin. Von dort erhielten wir heute die folgende Mitteilung:

Empfänger:Renate Luhmer <stadtkatze@arcor.de>

Betreff: Notstand im Tierheim Berlin: Kapazitätsgrenze bei Katzen und Kleintieren erreicht, Datum:22.07.2014 12:19

Weitergeleitet von Brigitte Jenner, Mail von: Kaminski, Beate <beate.kaminski@tierschutz-berlin.de>

 PRESSEMITTEILUNG:

Notstand im Tierheim Berlin: Kapazitätsgrenze bei Katzen und Kleintieren erreicht

 Berlin, 22. Juli 2014 – Das Tierheim Berlin vermeldet neue traurige Zahlen.

Innerhalb weniger Wochen hat sich die Zahl der zu versorgenden Tiere dramatisch erhöht. Vor allem in den Katzenstuben und bei den Kleintieren ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Das Tierheim versorgt gegenwärtig fast 800 Katzen, im Kleintierhaus „Bugs Bunny“ warten fast 200 Kleintiere auf ein neues Zuhause, vor allem Kaninchen und Meerschweinchen.

Besonders die Katzenvermittlungshäuser und das Mutterkatzenhaus sind überfüllt. Hier werden viele Katzenfamilien, frische Würfe und werdende Katzenmütter versorgt. Aufgrund der „Katzensaison“ und mehrerer Wohnungsräumungen mit insgesamt fast 100 Katzen steht das Tierheim Berlin damit vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Insgesamt kümmert sich die Einrichtung gegenwärtig um mehr als 1.800 Tiere.

 „Wir steuern neue traurige Rekordzahlen an“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin. „Auch das größte Tierheim Europas stößt irgendwann an seine Grenzen. Jetzt sind die tierlieben Berliner gefragt, die unseren Schützlingen ein neues Zuhause geben.“

 Weiterer Grund für den starken Anstieg der Tierzahlen seien vermehrte Abgaben durch Tierhalter kurz vor Ferienbeginn, so Apel. Auch werden besonders viele Fundtiere in die Tiersammelstelle gebracht. Einen solchen Anstieg bei der Einlieferung von Fund- oder ausgesetzten Tieren verzeichnet das Tierheim regelmäßig zur Ferienzeit, wenn einst geliebte Haustiere nicht in die Urlaubspläne passen.

Außerdem lassen viele Katzenhalter ihre Tiere mit Freigang nicht kastrieren. So kommt es zu einer weiteren Vermehrung der Katzen. Der Tierschutzverein für Berlin fordert daher schon seit langem eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für private Freigängerkatzen, wie sie in vielen Städten und Gemeinden schon erfolgreich praktiziert wird.

 Beate Kaminski, presse@tierschutz-berlin.de

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Nachtrag von Renate Luhmer:

Liebe Berliner, es ist toll, wenn ihr Katzen ein gutes neues Zuhause bieten wollt und auch, wenn ihr vorübergehend welche von draussen aufnehmt, die jetzt kein Zuhause haben und die vielleicht bald von euch in Heimen mit dann wieder freien Plätzen abgegeben werden können.

Aber bitte, nehmt nicht mehr Tiere auf als ihr versorgen und schafft euch nicht mehr Arbeit und Kosten als ihr bewältigen könnt! Lasst euch keine Tiere anhängen, aufdrängen oder aufschwatzen, die ihr selber nicht allein versorgen und die ihr auch nicht wieder loswerden könnt, wenn ihr merkt, dass es euch zu viel ist. Werdet nicht zu Tiersammlern, denn damit schadet ihr nicht nur euch selber sondern auch den Katzen, denen es dicht gedrängt auf engem Raum auch nicht gut geht.

Mitleidsvollen „Tiermessis“ droht nicht nur das soziale Abseits sondern auch burn-out durch Erschöpfung. Die Behörde, die nicht bereit oder imstande ist, für eine ausreichende Anzahl an Unterbringungsmöglichkeiten für ausgesetzte Haustiere zu sorgen (oder auch nur für Strukturen, die imstande wären, die damit verbundenen Probleme zu lösen oder verringen),  ist aber sofort zur Stelle, wenn sich jemand über Lärm und / oder Geruch von Haustieren beim Nachbarn gestört fühlt, egal aus welchem Grund da einer denunzieren und diffamieren muss. 

Falls ihr Tiere weitergebt: Achtet bitte darauf, ob der neue Halter das Tier 1. wirklich selber haben will und 2. ob er überhaupt seelisch-geistig, zeitlich und finanziell imstande ist, ein Haustier so zu versorgen , dass es dem Tier bei ihm gut geht.  Renate

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